Funktioniert eine anonyme Handyortung wirklich?

Ein Handy anonym orten – Chancen und Risiken

Wer anonym ein Handy orten möchte, der kann sich damit gegebenenfalls strafbar machen. Entsprechende Dienste bergen so einige Risiken, vor allem hinsichtlich der Gesetzeslage. Wer sich jedoch Gedanken darüber macht, ob die eigene Handyortung anonym erfolgt, zum Beispiel bei Navigations- oder ähnlichen Diensten, der kann weitestgehend beruhigt sein: Die übertragenen Daten müssen anonymisiert werden.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Kann man anonym ein Handy orten?
  2. Erfolgt das Handy orten anonym?
  3. Was ist eine anonyme Handyortung überhaupt?
  4. Wie kann ich mein eigenes Handy orten (anonym)?
  5. Darf ich ein fremdes Handy orten (anonym)?

1. Kann man anonym ein Handy orten?

Das kommt darauf an, zu welchem Zweck die Ortung erfolgen soll. Eine anonyme Handyortung zur (heimlichen) Überwachung des Partners beispielsweise ist nicht gestattet, sofern er dieser nicht zugestimmt hat. Und erfolgt die Ortung nach einer Zustimmung, so ist diese im Grunde nicht mehr heimlich – die Katze beißt sich hier also in den Schwanz.

Dennoch gibt es Dienste und Wege, die eine solche anonyme Handyortung möglich machen.

Zum Beispiel dann, wenn eine Lokalisierungs-App heimlich auf einem fremden Telefon installiert wird und die entsprechende Zustimmung heimlich erteilt wird.

Freundefinder und Co.

Meldet man sich hingegen bei so genannten „Freundefindern“ und ähnlichen Connecting-Apps und -Diensten an, muss man zwar eine Zustimmung zur Ortung erteilen, die Übertragung der Daten muss jedoch anonymisiert erfolgen.

Achtung: Diese Anonymisierung kann sich wieder erübrigen, da die meisten solcher Connecting-Apps dazu dienen, ganz konkret bestimmte Freunde in der Umgebung zu finden. Mit der Zustimmung zur Ortung wird so meist auch ein Foto oder wenigstens ein Name sichtbar. Die Handyortung (anonym) bliebt also nicht mehr anonymisiert – ist jedoch legal, weil man die Zustimmung dazu selbst erteilt hat.

Die anonyme Handyortung
legal: Von der Polizei, bei Navigations-Apps
illegal: Zum heimlichen Aufspüren von Personen, sofern sie dieser Handyortung (anonym) nicht zugestimmt haben

2. Erfolgt das Handy orten anonym?

Der Einfachheit halber sollte dabei in verschiedene Kategorien der Handyortung (anonym) unterschieden werden:

Theoretische Möglichkeiten der Handyortung anonym:

Ein fremdes Handy anonym orten

Diese anonyme Handyortung ist nicht gestattet, sofern nicht die Zustimmung des anderen Handybesitzers erfolgt ist. Sprich: Das Orten des Freundes, um zum Beispiel zu überprüfen, wo er sich aktuell aufhält oder um heruaszufinden, ob er vielleicht fremdgeht, ist von Gesetzeswegen nicht erlaubt – wenngleich sie nicht ausgeschlossen ist.

Das eigene Handy orten (anonym)

Wer sein eigenes Handy anonym orten will, betrügt dabei natürlich niemanden, da es sich um Privatbesitz handelt. Der Begriff der Anonymität erübrigt sich jedoch damit auch.

Navigierungs-Apps

Auch bei der Navigation erfolgt natürlich eine Lokalisierung des aktuellen Standpunkts, dabei werden die Daten ständig aktualisiert. Dabei handelt es sich um die eigentliche und echte anonyme Handyortung, da keine Nummer oder Namen übertragen werden. Im Zweifels- oder Notfall würde sich die Handyortung (anonym) nur dann erübrigen, wenn eine Person, zum Beispiel von der Polizei, anhand dieser Daten geortet werden sollte. Das Handy orten (anonym) würde dann beispielsweise über GPS erfolgen. Solch eine Anonymisierung kommt tatsächlich aber nur bei Notfällen zum Tragen, zum Beispiel dann, wenn eine Person vermisst wird.

Freundefinder und Co. – NEUE INFOS!

Bei Connecting-Apps erfolgt zunächst ebenfalls eine anonyme Handyortung, die meist über GPS erfolgt. Auch hier werden Namen und Nummern nicht übertragen, allerdings erfolgt mit der Zustimmung zur Ortung bei eben solchen Diensten in aller Regel auch eine Erlaubnis, etwa ein Nutzer-Foto oder den Nutzer-Namen anzuzeigen. Damit erübrigt sich die anonyme Handyortung im Grunde, da man seine Daten selbst – und somit legal – preisgibt. Dennoch kann das bedeuten, dass die Standortdaten selbst “anonym” übertragen werden. Das heißt, die Standortdaten werden ohne Nummer und Name des Handybesitzers übertragen, er selbst gibt diese Daten innerhalb seines Profils an.

Arten der Handyortung anonym
fremdes Handy anonym orten ohne Zustimmung illegal
eigenes Handy anonym orten Keine Anonymität im eigentlichen Sinne
Navigation echte anonyme Handyortung
Connecting-Apps Anonymität erübrigt sich in der Regel

3. Was ist eine anonyme Handyortung überhaupt?

Vom Handy (anonym) orten spricht man immer dann, wenn keine Rückschlüsse auf denjenigen gezogen werden können, der die anonyme Handyortung veranlasst hat. Bei Apps, die zur Navigation dienen, werden daher beispielsweise die Daten des Handys verschlüsselt und anonym übertragen.
Im Zweifelsfall können jedoch über Koordinaten-Bestimmung Rückschlüsse auf den Handybesitzer erfolgen, zum Beispiel bei Gesetzesbrüchen oder Notfällen. Solche Rückschlüsse erfolgen in der Regel jedoch wirklich nur bei Not- oder Straffällen.

Achtung: Werbeanzeigen, die mit Slogans wie „Handy orten – anonym“ werben, sind meist irreführend, da der zu Ortende einer solchen Lokalisierung zustimmen muss. Erfolgt diese Einwilligung sozusagen „blind“ ohne Hinterfragung, wer die anonyme Handyortung durchführt, ist sie legal und tatsächlich erfolgt das Handy orten dann anonym.

Eine Handyortung ist anonym, wenn:

  • die übertragenen Daten verschlüsselt werden, zum Beispiel:
  • Nummer
  • Name
  • Position

4. Wie kann ich mein eigenes Handy orten (anonym)?

Die Ortung des eigenen Handys, zum Beispiel nach Diebstahl oder Verlust, erfolgt nicht per Se anonym, da man sich selbst ortet. Bei einer Straftat (zum Beispiel Raub) führt die Polizei die Ortung durch, auch Mobilfunkanbieter und Cloud-Dienste bieten solche Dienste an. Das Handy anonym orten funktioniert hier jedoch nicht, da man seine eigenen Daten angeben muss.

Alternative: Navigations-Apps

Auch bei der Navigation ortet man sein Telefon selbst. Dabei handelt es sich tatsächlich um eine Handyortung (anonym), da die Standortdaten verschlüsselt übertragen werden müssen.

5. Darf ich ein fremdes Handy orten (anonym)? – BEISPIEL

Die anonyme Handyortung fremder Geräte funktioniert tatsächlich nur dann, wenn der zu Ortende blind einem solchen Dienst zustimmt, ohne zu hinterfragen, wer hinter der Lokalisierung steckt. Ein mögliches Szenario wäre hier das Folgende: Die eifersüchtige Freundin lädt auf dem Handy ihres Partners eine (Ortungs-)App herunter und bittet ihren Freund, eben einmal schnell dieser Anfrage zuzustimmen. Stimmt er tatsächlich zu, kann die Freundin das Telefon ihres Partners heimlich und anonym orten ohne dafür belangt zu werden. Hier stellt sich nur die Frage, inwiefern man es mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren kann, seinen Freund so hinters Licht zu führen.

Die Grenzen der Legalität

In der Regel wird sich jedoch jeder, der eine solche Anfrage erhält, wundern wer hinter der dem Handy (anonym) Orten steckt. Entweder wird die Anfrage dann abgelehnt oder mit dem Wissen, wer sie veranlasst hat, bestätigt – und wäre somit nicht mehr anonym.

 

Achtung: Eine anonyme Handyortung ohne Zustimmung ist illegal!